„Mein Kind bekam plötzlich keine Luft mehr und dachte, etwas Schlimmes passiert.“
„Sie fing an zu weinen, ihr Herz raste und sie hatte große Angst.“
„Er sagte plötzlich: ‚Ich glaube, ich sterbe.‘“

Für Eltern wirken solche Situationen oft erschreckend und beängstigend. Wenn ein Kind plötzlich starke Angst erlebt, kaum noch ansprechbar wirkt oder körperliche Beschwerden entwickelt, entsteht verständlicherweise schnell die Sorge, dass etwas Ernstes passiert.

Viele Eltern denken zunächst an eine körperliche Ursache – beispielsweise an Herzprobleme oder andere Erkrankungen.

Tatsächlich können sich hinter solchen Beschwerden jedoch manchmal Panikattacken verbergen.

Eine Panikattacke kann sich sehr bedrohlich anfühlen – ist jedoch nicht gefährlich.

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende, intensive Angstreaktion, die häufig innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreicht.

Dabei reagiert der Körper so, als würde eine akute Gefahr bestehen – selbst dann, wenn objektiv keine tatsächliche Bedrohung vorhanden ist.

Der Körper schaltet gewissermaßen in einen Alarmzustand.

Diese Reaktion ist grundsätzlich etwas Sinnvolles:

Sie soll Menschen schützen und auf Gefahr vorbereiten.

Bei einer Panikattacke wird dieses Alarmsystem jedoch ausgelöst, obwohl keine reale Gefahr vorhanden ist.

Wie kann sich eine Panikattacke äußern?

Kinder und Jugendliche beschreiben oft sehr unterschiedliche Beschwerden.

Mögliche Anzeichen können sein:

  • Herzrasen
  • Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
  • Schwindel
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Druckgefühl in der Brust
  • Kribbeln in Händen oder Beinen
  • das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
  • starke Angst
  • das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
  • Angst zu sterben

Viele Jugendliche berichten:

„Es fühlte sich an, als würde etwas Schlimmes passieren.“

Gerade beim ersten Auftreten erleben viele Kinder und Eltern die Situation als sehr bedrohlich.

Warum entstehen Panikattacken?

Häufig gibt es nicht den einen Auslöser.

Mögliche Einflussfaktoren können sein:

  • anhaltender Stress
  • schulische Belastungen
  • Konflikte
  • Leistungsdruck
  • belastende Lebensereignisse
  • Ängste
  • körperliche Anspannung
  • belastende Erfahrungen

Manchmal treten Panikattacken scheinbar plötzlich auf.

Häufig entwickelt sich im Hintergrund jedoch bereits über längere Zeit eine erhöhte innere Anspannung.

Der Kreislauf der Angst

Nach einer ersten Panikattacke entsteht oft eine zusätzliche Sorge:

„Was ist, wenn es wieder passiert?“

Kinder und Jugendliche beginnen manchmal:

  • bestimmte Orte zu vermeiden
  • nicht mehr alleine wegzugehen
  • Schule zu meiden
  • Situationen aus dem Weg zu gehen

Dadurch kann sich die Angst langfristig verstärken.

Was Eltern tun können

Ruhe vermitteln

Kinder orientieren sich häufig an den Reaktionen ihrer Bezugspersonen.

Auch wenn die Situation beängstigend wirkt:

Eine ruhige Haltung kann Sicherheit vermitteln.

Zum Beispiel:

„Ich sehe, dass du gerade große Angst hast. Ich bin bei dir.“

Gefühle ernst nehmen

Sätze wie:

  • „Du musst keine Angst haben.“
  • „Das ist doch nicht schlimm.“
  • „Beruhige dich einfach.“

sind häufig gut gemeint, helfen in diesem Moment jedoch oft wenig.

Für betroffene Kinder ist die Angst sehr real.

Langsames Atmen unterstützen

Bei starker Angst atmen viele Kinder schneller und flacher.

Ruhiges gemeinsames Atmen kann helfen, den Körper wieder zu beruhigen.

Wann sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden?

Eine Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn:

  • Panikattacken wiederholt auftreten
  • Ängste zunehmen
  • Vermeidungsverhalten entsteht
  • Schule oder Freizeit eingeschränkt werden
  • starke Belastungen bestehen

Je früher Belastungen erkannt werden, desto besser können sich belastende Muster häufig verändern.

Wie kann Verhaltenstherapie helfen?

In der Verhaltenstherapie lernen Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt:

  • körperliche Reaktionen besser zu verstehen
  • Angstsignale wahrzunehmen
  • hilfreiche Bewältigungsstrategien zu entwickeln
  • belastende Gedanken zu hinterfragen
  • Sicherheit im Umgang mit Angst zu gewinnen

Das Ziel ist nicht, Angst vollständig zu vermeiden.

Vielmehr lernen Kinder und Jugendliche, dass Angst zwar unangenehm sein kann – aber nicht gefährlich ist.

Abschließende Gedanken

Panikattacken fühlen sich häufig überwältigend an.

Für Kinder und Jugendliche entsteht oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder dass etwas Schlimmes passiert.

Mit Verständnis, Unterstützung und geeigneter Hilfe können Kinder und Jugendliche jedoch lernen, ihre Angst besser zu verstehen und Schritt für Schritt wieder Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.

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Meet the author: joneumann

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